In Deutschland unterscheidet sich die Schulausbildung von Bundesland zu Bundesland. Ein Schulwechsel fällt deswegen oft nicht leicht. Doch immer mehr SchülerInnen möchten gerne einen Schüleraustausch im europäischen Ausland machen, dabei erwarten sie oft noch viel größere Veränderungen. Was erwartet deutsche AustauschülerInnen zum Beispiel im englischen Schulalltag?
Die größte Freude für den Austauschschüler ist sicherlich, dass der Unterricht erst eine Stunde später anfängt als in Deutschland. Bevor um neun Uhr die erste Unterrichtsstunde beginnt, sollte man allerdings um ca. 8.45 Uhr zur 'Registration' erscheinen. Ein weiterer Unterschied ist die Länge der Unterrichtseinheit: Statt der deutschen Dreiviertelstunde dauert sie volle 60 Minuten. Dabei ist sie oft in einen theoretischen und einen praktischen Teil untergliedert. Deutsche Schüler müssen sich aber keine Sorgen machen, dass sie unter dem Arbeitsaufwand erdrückt werden könnten, denn auch die Pausen sind dementsprechend länger und dauern 20-40 Minuten. Wobei die Mittagspause, dank des Nachmittagsunterrichts über eine Stunde lang ist, sodass man genügend Zeit hat, sich in der schuleigenen Kantine zu stärken.
Auch der Stundenplan ist nicht so aufgebaut, wie es deutsche Schüler gewohnt sind, denn er gilt nicht nur für eine Woche, sondern ist auf zwei aufgeteilt. Es gibt also unterschiedliche Unterrichtblocks für Woche A und B. In der 'sixth form', die vergleichbar mit der deutschen Oberstufe ist, haben die Schüler noch zusätzlich vier bis fünf Freistunden zum freien Lernen zur Verfügung. Es wird erwartet, dass man in diesen Freistunden selbständig und eigenverantwortlich entweder an Hausaufgaben arbeitet oder zusätzliche Recherchen erledigt. Also keine Angst vor Langeweile!
Nach der Mittagspause folgen noch zwei weitere Unterrichtseinheiten, die im Gegensatz zum Vormittagsunterricht ohne Pause stattfinden. Damit endet ein englischer Schultag um 16 Uhr.
Last but not least müssen Schüler der 'sixth form' dreimal die Woche nach der ersten Stunde zur 'Assembly'. Dort werden verschiedene Themen angesprochen, die Schüler und Schule betreffen können. Es findet daher immer ein reger Austausch zwischen Lernenden und Lehrenden statt. Vor allem die Lehrer sind sehr engagiert und helfen in ihren Pausen oder sogar nach der Schule gerne im Einzelunterricht bei Problemen weiter. 'Sitzenbleiben' ist den meisten Engländern somit fremd.
Ein Schüleraustausch nach England lohnt sich also nicht nur, wenn man einmal wissen möchte, wie sich eine Schuluniform trägt!
