Die ehemaligen Grafschaftsgebiete Surrey und Sussex gehören zu den zwei schönsten Südenglands. Sie liegen beide südlich von London und Grenzen bis ans Meer. Dank der Nähe zu London gibt es zahlreiche Pendlerorte in Surrey, die Bevölkerungsdichte ist sehr hoch und die Bewohner sind im Durchschnitt wohlhabender als andere Bürger des Vereinigten Königreichs. Der Großteil der Gebiete liegt im sogenannten Grünen Gürtel. In dieser Region ist der Boden sehr sandig und kann daher landwirtschaftlich nur begrenzt genutzt werden. Dadurch gibt es zahlreiche Fuß – und Reitwege. Surrey und Sussex bieten viele Möglichkeiten für ländliche Freizeitaktivitäten. Besonders beliebte Städte sind Guildford, Godalming, Kensington, Hastings und Worthing.
Neben der imposanten Hauptstadt bietet der Süden Englands noch zahlreiche andere Touristenattraktionen. Wer denkt nicht gleich als erstes an Stonehenge, welches den Forschern noch bis heute Rätsel aufgibt. Es gibt zum Beispiel die Theorie, dass Stonehenge als eine Art Uhr benutzt wurde, die Sommer- und Wintersonnenwende anzeigen konnte, andere glauben an einen rituellen Versammlungsort.
Inmitten von weiten Feldern gelegen, genauer der Salisbury Ebene, stellt Stonehenge gleichzeitig ein beeindruckendes aber zugleich auch enttäuschendes Bild dar. Denn Stonehenge ist einfach Stonehenge wie man es von zahlreichen Bildern schon kennt und nicht mehr. Trotzdem ist das wohl best erhaltenste Megalith Monument Europas, das auf eine Zeit zwischen 3000-1000 v. Chr. datiert wird, einen Besuch wert.
Nicht weit entfernt liegt Glastonbury, dessen Name heutzutage eher Assoziationen mit dem bekannten Festival aufkommen lässt. Tatsächlich befindet man sich hier ganz in der Nähe des sagenumwobenen Avalon. Auf dem Grund wo man heute noch die Überreste von Glastonbury Abbey besichtigen kann, soll ebenfalls schon Joseph von Arimathäa gewandelt sein. Viele Sagen ranken sich um die Ruinen der Kirche. So sieht man zum Beispiel einen Dornbusch, der aus dem Wanderstock von Joseph gewachsen sein soll, nachdem dieser ihn aus Erschöpfung in den Boden gerammt hatte. Außerdem soll er hier auch den Heiligen Gral vergraben haben, aus dem dann die sogenannte Chalice Well entsprang, eine Quelle die demjenigen der aus ihr trinkt, ewiges Leben verspricht.
Weiterhin sehenswert sind die Überreste der römischen Bäder in Bath. Die Quelle ist übrigens die einzige heiße Quelle in England und fließt noch heute. Doch das ist nicht das einzige in Bath. Die Stadt an sich ist schon einen Besuch wert, allein wegen der vielen kleinen Geschäfte. Zu sehen gibt es weiterhin den Royal Crescent, eine lange mondsichelförmige Häuserreihe aus dem 18. Jahrhundert, die prachtvolle Abteikirche gleich neben den Bädern, oder für Literaturliebhaber auch das Jane Austen Zentrum.
Unweit von London befinden sich Schloss Windsor und die Eliteschule Eton. Der stolze Eintrittspreis von ca. 15 Pfund für das Schloss wirkt zwar im ersten Moment abschreckend, ein Besuch ist aber dennoch sehr empfehlenswert. Immerhin bekommt man auch einen kostenlosen Audioguide dazu. Wenn möglich sollte man allerdings nicht gerade an einem Sonntag vorbeischauen, da dann die St. George's Chapel für den öffentlichen Besuch geschlossen bleibt. Wer sich für die Royals interessiert, sollte einen Besuch nicht ausschließen, denn die Kapelle ist gleichzeitig die Grabstätte von vielen Mitgliedern der königlichen Familie, unter ihnen zum Beispiel Henry VIII. Aber auch Liebhabern der Architektur bietet sie einiges.
Gleich auf der anderen Seite der Themse geht es nach Eton. Im 15. Jahrhundert von König Henry VI erbaut, läd das College mit seiner schönen Architektur zu einem Besuch ein. Aber Achtung, auch hier muss man mit überteuerten Eintrittspreisen rechnen.
