Erfahrungsbericht

Profil:

Eton College

Name: Emily von Eschwege
Schule: King Edward's School Witley
Schulform: IB
Abschluss: Mai, 2006.
HL: German, Biology, Art
SL: English, Maths Methods, History

Ja, ich würde jeder Zeit wieder die gleiche Entscheidung treffen. Ich würde mich definitiv wieder für England, Internat, IB, regnerische Tage und Schuluniform entscheiden.

Natürlich war der Anfang schwer. Man ist 16 und soll auf einmal in einem anderen Land sein Leben völlig selbstständig regeln. Es sind diese unzähligen, abwegigen Regeln die einen einschränken. Und dann noch Schuluniform. Andere Menschen von anderen Kontinenten. Irgendwie fällt einem dann das Englisch sprechen auch noch schwer. Und es ist ein furchtbares Chaos im Kopf. Aber wenn man auf sich alleine eingestellt ist, lernt man schnell alles alleine zu regeln. Die unzähligen Regeln sind gar nicht so unzählig und eigentlich auch gar nicht so abwegig. Die Schuluniform ist plötzlich das Lieblingsoutfit und diese anderen Menschen werden auf einmal zu besten Freunden.

Britische Internate sind mit internationalen Schülern vertraut. An meiner Schule waren 45% Ausländer. Der Umgang mit den Lehrern war völlig anders als erwartet. Die Klassen bestehen aus maximal 16 Schülern und manche Schulen garantieren sogar nur einen gewissen Prozentsatz der Nationalitäten, damit vermieden wird, dass zu wenig Englisch außerhalb der Schule gesprochen wird. Die Beziehung zu den Lehrern ist sehr respektvoll, aber zugleich auch unglaublich herzlich. Der Unterricht wurde sehr interessant gestaltet. Wir durften in Bio zahlreiche Experimente durchführen (sogar die Sektion von Fröschen). Wir sind mit dem Kunstkurs im Monat auf mindestens zwei Ausstellungen gefahren und haben mit dem Geschichtskurs in einem dreitägigen Aufenthalt die Kriegsfelder des ersten Weltkrieges in Belgien besucht.

Die Unterkunft wurde in einzelne Häuser rund um den Campus gelegt. Auf vier Mädchenhäuser und vier jungen Häuser wurden gut 400 Schüler verteilt. Von der Third Form, (entspricht 7. Klasse) bis hin zur Oberstufe wohnte man hier zusammen. Als Oberstufler steht einem ein Einzelzimmer zur Verfügung. Die Badezimmer waren auf dem Flur. Zusätzlich hatten wir eine große Küche und eine Acy-Area (Activity Area). Hier konnten wir Fernseh und DVD schauen. Tischtennis, Brettspiele und Playstation spielen und für Gruppenarbeiten die Konferenzzimmer benutzen. Neben der Schule wurde für ordentlich Unterhaltung gesorgt- von Wettbewerben für Theater, Musik und Tanzen über Modeschauen und Dinner Evenings bis hin zu Sportfesten und Schuldiscos.

Ganz nebenbei lernt man sich selbständig zu organisieren. Man lernt Menschen aus der ganzen Welt kennen. Und man lernt zu lernen. Viele Vorurteile hemmen wohl den Schritt ins Ausland zu gehen. Dazu lässt sich nur sagen: Internate sind schon lange nicht mehr eine Bestrafung für unartige Kinder. Die Briten haben gar nicht so einen schwarzen Humor. Die feine englische Art nimmt keiner mehr für so voll und das Essen ist eigentlich gar nicht so übel.


England, IB und Internat- Diese Erfahrung war wohl eine der Wichtigsten in meinem Leben.

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