Schüleraustausch in Frankreich

Bevor das Schulleben in Frankreich beginnen kann, gilt es, sich für das passende Programm zu entscheiden. Soll das Abitur im Ausland abgelegt werden, oder geht es in erster Linie darum, nur ein paar Wochen in einer französischen Stadt zu verbringen und das Schulleben in Frankreich kennenzulernen.

Teilnahmevoraussetzungen

Wer ein Schuljahr in Frankreich verbringen möchte, sollte in der Regel zwischen 15 und 16 bis maximal 18 Jahre alt sein. Manche Organisationen verlangen, dass Interessenten ihre guten Französischkenntnisse über Schulnoten nachweisen. Als Mindestnote gilt oft eine drei in den letzten beiden Schuljahren vor der Bewerbung. Andere Anbieter hingegen erwarten, losgelöst von Noten, „gute“ Französischkenntnisse.

Programmkandidaten können sich aussuchen, ob sie eine Privatschule oder eine öffentliche Schule besuchen wollen. Während des Austauschs leben sie in der Regel bei einer Gastfamilie und erhalten auf diese Weise einen Einblick in das französische Savoir Vivre.

Bei einigen Anbietern ist es möglich, die Dauer des Auslandsaufenthaltes auszuwählen. Möglich sind Austauschprogramme von 8 Wochen, 12 Wochen, 5 Monaten und 9 Monaten. Wer sich für die letzte Option entscheidet, lebt von September bis Juli des Folgejahres in Frankreich, wobei der Austauschschüler ein komplettes französisches Schuljahr miterleben kann.

Für Schüler, die nicht unbedingt das Abitur in Frankreich machen möchten, sondern bereits zu einem früheren Zeitpunkt ihrer schulischen Karriere in Ausland gehen wollen, ist das Programm Voltaire eine gute Wahl. Es richtet sich explizit an Schüler der 9. und 10. Klasse, welche eine Schule mit Sekundarstufe I und II besuchen. Dabei handelt es sich um ein Austauschprogramm, bei dem der französische Austauschpartner zunächst für sechs Monate nach Deutschland kommt und in der Familie des deutschen Teilnehmers lebt. Diese Phase dauert von März bis August. Danach geht der deutsche Schüler von September bis Februar nach Frankreich, wo er in der Familie des französischen Programmteilnehmers lebt und dort zur Schule geht. Im Anschluss an ihre Rückkehr nach Deutschland werden die deutschen Schüler in das laufende zweite Halbjahr eingegliedert. Weitere Informationen zum Programm „Voltaire“ finden Sie auf der Seite des Deutsch-Französischen Jugendwerks (http://www.dfjw.org/voltaire-programm).

Der Sprachkurs

Solltest Du dir unsicher sein, ob deine Französischkenntnisse ausreichen, um gut im französischen Schulalltag zurechtzukommen, kannst du deinen Auslandsaufenthalt mit einem Sprachkurs beginnen. Auf diese Weise vermeidest du einen „Kaltstart“ ins neue Schuljahr. Es gibt zahlreiche Anbieter, die Sprachkurse in Frankreich anbieten. Du hast die Wahl, ob du entweder zunächst einen Sprachkurs in einer anderen Stadt, beispielsweise in Paris, machen möchtest oder gleich zu deiner Gastfamilie fährst, die Gegend erkundest und nebenbei einen Sprachkurs besuchst. Informiere dich am besten, ob in der Nähe deines Wohnortes in Frankreich Sprachkurse für Ausländer angeboten werden.

Das Schuljahr

Das französische Schuljahr fängt stets Anfang September an und endet Mitte/Ende Juni des darauffolgenden Jahres. Spätestens jedoch Anfang Juli beginnen die großen Sommerferien, die „vacances“, deren Startschuss in ganz Frankreich zu gleichen Zeit beginnt. Insgesamt rund zwei Monate haben französische Schüler im Sommer frei. Der darauffolgende Beginn des neuen Schuljahres wird auf Französisch als „la rentrée“ bezeichnet.

Im Gegensatz zur in Deutschland üblichen Unterteilung des Schuljahres in zwei Schulhalbjahre wird in Frankreich in Trimestern gerechnet. Das Ende der Trimester wird von einer zweiwöchigen Ferienzeit markiert, die über Weihnachten und Neujahr sowie in den Monaten Februar und April liegen. Während die Ferienzeiten für die Sommerferien in ganz Frankreich einheitlich geregelt sind, richten sich die Feriendaten für das restliche Schuljahr nach der Zone, in welcher die Schule liegt. Insgesamt werden drei Zonen unterschieden.

Der Stundenplan

Französische Schulen sind auf Ganztagsunterricht ausgerichtet. Der Unterricht beginnt morgens um 8:00 Uhr und endet jeden Tag, mit einer Ausnahme, nachmittags um 17 Uhr. Den Mittwochnachmittag haben die Schüler zur freien Gestaltung frei. An der Schule werden an diesem unterrichtsfreien Nachmittag oft Sport-AGs angeboten.

Zu den Pflichtfächern am französischen Lycée zählen Französisch, Englisch, Mathematik, Geschichte, Erdkunde und Sport. Darüber hinaus können sich die Schüler über ihre Fächerwahl spezialisieren, beispielsweise in sprachlich-literarische oder in naturwissenschaftliche Richtung.

Abitur-Ausland.de


Länderübersicht