In amerikanischen Restaurants gibt es keine freie Tischwahl. Vielmehr wartet der Gast bis er vom Personal an seinen Tisch geführt wird. Das Essen wird erst mit dem Messer klein geschnitten, dann wird die Gabel in die rechte Hand genommen und damit gegessen. Was in Deutschland unmöglich wäre, ist in den USA normal: Wenn die Mahlzeit im Restaurant nicht aufgegessen wird, kann man sich das Essen einpacken lassen.
Die Amerikanische Flagge, die den Namen „Star-Spangled Banner“ trägt, ist das Heiligtum der US-Bürger. Ob in Autos, Schulen, Vorgärten oder Wohnzimmern, das 'Banner' ist überall zu finden. Und man kann davon ausgehen, dass da, wo sie hängt, die Flagge niemals den Boden berührt. Denn dies wäre laut den Amerikanern eine Schande für ihre Nation. Also heißt es auch für Nicht-Einheimische: Die amerikanische Flagge stets mit Respekt behandeln.
Der erstmals 1886 verkaufte Softdrink ist mittlerweile das Nationalgetränk der USA. Kein Restaurant, keine Bar, keine Kneipe ohne die Cola. Und auch international ist der Drink nicht mehr wegzudenken – die 'Coca Cola' ist heute beispielsweise in über 200 Ländern vertreten. In den USA trinkt man alle Softdrinks, ob Pepsi, Coca Cola, Rootbeer oder Dr. Pepper, immer mit sehr viel Eis!
Der Alkoholausschank ist in den USA sehr streng. Deswegen braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn man beim Bestellen eines Biers in einem Restaurant nach dem Personalausweis, der „I.D.“-Karte, gefragt wird. Außerdem werden alkoholische Getränke in Geschäften normalerweise nicht nach zehn Uhr abends verkauft. In der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken, wie z.B. beim Picknick im Park, ist nicht erlaubt. Selbst offene Getränke nur mit sich zu führen ist verboten. Und trotzdem: Jugendliche trinken oft viel und heftig, was nicht selten zu Autounfällen führt.
Nach dem 11. September sind die Sicherheitsvorkehrungen strenger denn je. Die Einfuhr von Waren ist nur begrenzt möglich. Auch die Einreisebestimmungen sollte man vor Einreise gut beachten, egal ob als einfacher Tourist oder mit Schülervisum. Sonst kann es passieren, dass man noch am Flughafen zurück ins Heimatland geschickt wird.
Die Lieblings-Freizeitbeschäftigung der Amerikaner ist ohne Zweifel das Shoppen. Eingekauft wird 7 Tage die Woche, und für die Unermüdlichen hat ein Supermarkt sogar rund um die Uhr auf. Und auch hier gibt es Verhaltensregeln. Z.B. in der Schlange vorzudrängeln („to cut the line“) ist für die Bürger unvorstellbar. Und wenn dem Käufer nach einigen Wochen ein gekauftes Produkt nicht mehr gefällt, ist das auch kein Problem. Ein Umtausch ist in den meisten Geschäften auch noch nach Monaten möglich.
“How are you today?“ Diesen Satz hört man überall, ständig und von jedem. Egal ob der Chef, die Putzfrau oder der Kommilitone – alle fragen nach dem Wohlbefinden des Gegenüber. Dies ist nur eine Höflichkeitsform, und wird mit „Fine, thanks.“ beantwortet. Dahinter sollte man jedoch kein ernsthaftes, persönliches Interesse vermuten. Die Amerikaner benutzen Floskeln oft und gerne. Für Europäer ist das oft gewöhnungsbedürftig.
Die Nationalhymne („The Star-Spangled Banner“) und das Gelöbnis der Treue zur Flagge, die „Pledge of Allegiance“, kennt jeder US-Amerikaner. Schon in der High School stehen die Schüler mindestens einmal wöchentlich, oft jedoch mehrmals in der Woche, mit der Hand auf dem Herzen zur US-Flagge gerichtet und geloben ihrem Vaterland. Was für europäische Schüler oft schwer nachvollziehbar scheint, ist für die amerikanischen Schüler ganz normal.
Anders als in Deutschland, gibt man sich in den USA generell nur beim ersten Kennenlernen oder bei sehr formellen Ereignissen die Hand. Konservative Männer warten oft, bis die Frau zuerst die Hand reicht. Im Job gibt der Höhergestellte zuerst die Hand. Eine Begleitperson wird dem Gegenüber generell immer vorgestellt.
Der „American Dream“ ist jedem ein Begriff. Vom Tellerwäscher zum Millionär heißt die Ideologie, die das Land beherrscht. Sozialer Aufstieg gilt oft als ideelles Ziel. Und als Vorbilder gelten die Gründer der Nation – Abraham Lincoln und Benjamin Franklin. Die Verfassung gilt als wichtigstes Dokument und ist Leitsatz für Individuum und Allgemeinheit. Der Moralismus der Amerikaner ist stark ausgeprägt und die „Political Correctness“ von hoher Bedeutung. Der Schmelztiegel Amerikas hat sich zum Ziel gesetzt, alle Kulturen und Religionen zu integrieren und so ein facettenreiches Land zu gestalten.
Das Gesetzessystem der USA ist in vielen Bereichen anders als das deutsche. Und so muss sich der Nicht-Amerikaner mit Gesetzen vertraut machen, die anfangs etwas seltsam erscheinen. Wird man z.B. auf der Straße von der Polizei angehalten, braucht man sich nicht wundern, wenn oft nur ein Polizist im Wagen sitzt (und nicht zwei wie in Deutschland). Man sollte dann auf keinen Fall aus dem Auto aussteigen, sondern ruhig sitzen und warten, bis der Polizist ans Auto heran kommt. Die preisliche Höhe eines Tickets kann vom Polizisten aus einer vorgegebenen Spanne selbst entschieden werden, so dass es oft auf Laune und Sympathieempfinden des Polizisten ankommt. Strafen jeglicher Art sollten dabei auch von Touristen immer bezahlt werden, sonst könnte es bei der nächsten USA-Reise zu einer bösen Überraschung kommen, denn es könnte unter Umständen die Einreise verweigert werden.
Die US-amerikanische Kultur ist oft sehr konservativ. Bei Verabredungen zahlt z.B. immer der Mann. Oben-Ohne-Baden am Strand ist generell nicht erlaubt. In der Schule gibt es oft einen „Dress Code“, der genau regelt, was die Schüler anziehen dürfen. Und wenn der Kollege mit seinen Komplimenten für seine Kollegin nicht vorsichtig genug ist, könnte ihm schnell „sexual harassment“, also sexuelle Belästigung, angehängt werden. Kurzum – man sollte in vielen Bereichen etwas umsichtiger vorgehen.
Abseits der Großstadt lernt man oft die eigentliche USA kennen. Die Städte sind oft viel moderner und durch die Wirtschaft international beeinflusst. Auf dem Land hingegen kann man die 'wahre Kultur' Amerikas erkunden. Oft glaubt man, dass die Zeit hier stehen geblieben ist und wundert sich wie sich das ländliche Leben von dem was man aus dem Fernsehen kennt unterscheidet.
Ein Grund für viele in die 'Neue Welt' auszuwandern war die Religionsfreiheit. Nicht verwunderlich ist es deswegen, dass auch heute noch viele unterschiedliche Religionen in den USA vertreten sind. Zu ihnen gehören auch die Mormonen, welche die Stadt Salt Lake City prägen. Sie glauben an Fleiß und Familie, kleiden sich altmodisch und leben ein ruhiges, unauffälliges Leben. Die Amischen sind Christen, die Technik und Fortschritt ablehnen. Sie leben unter sich und ernähren sich von ihrer eigener Landwirtschaft.
Ohne das eigene Auto geht in den Staaten nichts. Denn zu Fuß kommt man gerade einmal bis zum Ende der Straße. Fußgängerwege sind gerade in ländlichen Gegenden selten und wenn man zum nächsten Supermarkt möchte, ist man auf ein Auto angewiesen. In den USA kann man auch schon mit 16 Jahren den Führerschein machen, in manchen Staaten sogar noch früher. Öffentliche Verkehrsmittel sind hingegen eher selten.
Der Amerikaner ist ein Optimist. Geprägt vom Nationalgedanken und den Glauben daran, alles erreichen zu können wenn man nur hart genug dafür arbeitet, schreitet der Amerikaner stets mit positiven Gedanken durch das Leben. Dies wirkt sich auch auf das Miteinander der Menschen aus. In der 'Nation der Freien' glaubt man an Zusammenhalt und die Stärke des eigenen Landes. Dies wirkt sich auch positiv auf die Grundstimmung in Schule und Beruf aus und ist oft gewöhnungsbedürftig für Europäer.
Der Einkauf im Supermarkt wird oft von Service-Kräften für den Kunden eingepackt und zum Auto gebracht. Meist fällt dann die Frage „Paper or Plastic?“ Hier wird der Kunde gefragt, ob er seine Lebensmittel lieber in Papier- oder Plastiktüten gepackt bekommt. Somit soll der Kunde selber entscheiden, wie umweltbewusst er sein möchte.
Die christliche Religion ist ein großes Thema in den USA. Viele christliche Familien gehen sonntags morgens geschlossen in die Messe. Und auch sonst spielt der Glaube eine große Rolle. Die Kirche ist für viele Amerikaner ein Teil ihres Lebens und von der Gemeinde werden oft Feste und Veranstaltungen organisiert. Generell gibt es in den USA eine sehr breit gefächerte religiöse Vielfalt, die weit über das Christentum hinaus geht.
Beim Einkauf ist auf den Preisauszeichnungen die amerikanische Mehrwertsteuer, die „Sales Tax“, nicht inbegriffen. Sie wird erst an der Kasse zum Preis hinzugerechnet, was für viele Nicht-Amerikaner oft überraschend ist.
Im Restaurant stellen sich die Kellner meist namentlich vor. Und auch wenn der Service schlecht ist, gibt man Trinkgeld. Die Rechnung wird mit „Check, please!“ geordert. Die Höhe des Trinkgeldes beträgt ca. 15-20 Prozent des Rechnungspreises, ist also deutlich höher als in Deutschland. Trinkgeld bekommen nicht nur Kellner, sondern unter anderem auch Barkeeper, Pagen, Frisöre, Zimmermädchen und Taxifahrer.
Das Wort 'cool' wurde nicht ohne Grund aus dem Amerikanischen Wortschatz in den Deutschen übernommen. Die Amerikaner sind lässig, ob in weiten Anzügen auf der Arbeit oder in langen Badeshorts am Strand. Sie nehmen alles mit Gemütlichkeit, weswegen man in den meisten Banken mittlerweile auch einen „Drive-Through“-Service findet, damit man für seine Überweisung gar nicht mehr aus dem Auto aussteigen muss.
Inoffizielle Feiertage gibt es in den USA zu Genüge. Viele Bräuche haben es schon über den großen Teich nach Europa geschafft. Am 14.Februar wird Valentinstag gefeiert, bei dem sich Liebende gegenseitig beschenken. In den Staaten wird der Tag schon Wochen vorher angepriesen, um die Verkäufe von Blumen, Pralinen und Karten zu steigern. Wenn man sich zu dieser Zeit in den USA aufhält, ist es unvermeidlich dem Rummel zu entgehen.
Der dickbäuchige Mann im roten Mantel und weißem langem Bart stammt aus den USA! Genauer gesagt: Er ist eine Erfindung des Coca-Cola Unternehmens, das ihn 1931 zum ersten Mal in seiner heutigen Gestalt ablichtete. Davor war er nur im braunen Pelzmantel bekannt. Vor Kaufhäusern stehen in der Vorweihnachtszeit oft 'Weihnachtsmänner', die mit ihrem Klingel-Glöckchen lauthals 'Merry Christmas' rufen, um für gemeinnützige Organisationen Spenden zu sammeln.
Das Weihnachtsfest ist in Amerika viel bunter, ausgiebiger und verrückter als hierzulande. In dem Konsumland Nummer eins ist die Weihnachtszeit auch Shoppingzeit. Jeder Amerikaner beschenkt seine Familie, Freunde und Kollegen mit mindestens(!) einem Geschenk pro Person. Ausgepackt werden die Geschenke erst am Morgen des 25. Dezembers, am Abend zuvor wird nur mit der Familie gegessen. Der 26. Dezember ist für die Amerikaner wieder ein normaler Arbeitstag.
In Amerika gibt es andere Maßeinheiten als in Europa. Strecken werden in Yards oder Meilen, Körpergrößen in Foot, Gewicht in Pounds und Benzin in Gallonen gemessen.
Wenn man sich in den USA nach den Toiletten erkundigt, fragt man nicht „Where is the toilet?“ Vielmehr heißt dieses in öffentlichen Gebäuden „Restroom“, in privaten hingegen „Bathroom“. Außerdem kann man noch die Bezeichnungen „Men's“ oder „Lady's Room“ verwenden.
